Sehenswerte Orte in und um Lichtenberg

Burgruine

Die Burg Lichtenberg galt einst als eines der prächtigsten Renaissance-Schlösser Frankens. Gebaut im 12. Jahrhundert durch die Herzöge von Meranien, musste es zahlreichen feindlichen Anstürmen standhalten, wurde mehrfach zerstört und immer wieder jeweils prächtiger und größer aufgebaut. Im Jahr 1634, mitten im Dreißigjährigen Krieg, wurde das Schloss durch kaiserliche Truppen niedergebrannt. Seitdem lebt es als Ruine fort - und als Herz unserer Stadt. Denn hier werden Feste gefeiert, hier trifft man sich abends zum Wein oder Bier, hier steigt man auf den Turm hinauf und blickt über die traumhafte Weite der Landschaft. In den Burgkellern unten soll schon so manche Liebschaft ihren Anfang genommen haben...

Burgruine Lichtenberg / Photo: Helmut Welte

Burgruine Lichtenberg / Photo: Helmut Welte

Altstadt

Die Altstadt ist steingewordenes Zeugnis der Generationen, die seit dem Mittelalter hier leben. In den engen, verwinkelten Gassen fühlt man noch die Gegenwart der Krämer, Bauern und Handwerker, die über die Jahrhunderte in Lichtenberg geboren wurden, aufwuchsen und ihre Kinder groß zogen. Immer wieder brannte die Altstadt nieder – einmal sogar, weil die Lichtenberger selber sie angezündet hatten. Das war in einem Moment höchster Not, als nämlich ein Nürnberger Heer vor der Stadt stand. Den Söldnern, die mordend und brandschatzend durch Franken heraufgezogen waren, eilte ein übler Ruf voraus. Um die Angreifer zu verwirren und sich so in der Burg in Sicherheit bringen zu können, legten die Lichtenberger an mehreren Stellen Feuer. Die Taktik war erfolgreich: Auch wenn die Stadt nachher in Schutt und Asche lag, so gelang es unseren Vorfahren doch, die Söldner im Winter 1444 zu vertreiben.

Stadtgärten

Unterhalb der ehemaligen Burgmauer haben sich die alten Stadtgärten erhalten. Von Generation zu Generation weitergereicht, fanden sie immer wieder neue Verwendung. Pflanzte man früher Zwiebeln und Kohl an, so sind es heute Rosen, Wein oder Kirschen. An heißen Sommerabenden kann man uns Lichtenberger hören, wie wir über die Gartenzäune hinweg den neuesten Tratsch austauschen...

Badesee

Badesee Lichtenberg / Photo: Helmut Welte

Badesee Lichtenberg / Photo: Helmut Welte

Ein blaues Juwel inmitten des Frankenwaldes – das ist der Lichtenberger Badesee. Im Sommer lädt er zum Schwimmen ein, im Herbst und Winter zu Spaziergängen rund um sein Ufer, das immer wieder neue Ausblicke auf die glitzernde Wasserfläche bietet. Auch hier werden natürlich Feste gefeiert, vom Rockkonzert bis zur abendlichen Serenade auf der „Pirateninsel“. Im tiefen Winter dann, wenn das Eis dauerhaft zugefroren ist, kommen Wintersportler von überall her, um hier Eis zu laufen.

Bergbau

Stollen / Photo: H.W.

Stollen / Photo: H.W.

Was man der malerischen Umgebung von Lichtenberg mit ihren Wäldern heute gar nicht mehr ansieht - früher waren die Berge hier kahl, da man das Holz für den Bergbau benötigte. Ihm verdankten unsere Vorfahren ein Gutteil ihres Wohlstands. Wer genau hinschaut, wird so manche zugeschüttete Grube, so manchen alten Stollen in den schon lange wieder nachgewachsenen Wäldern entdecken.

Ein Bergwerk, das man heute noch besuchen kann, ist der Friedrich-Wilhelm-Stollen, der auf Alexander von Humboldt zurückgeht. Zweihundert Meter der alten Grube sind für Besucher zugänglich, die auf Führungen die faszinierende Welt des alten Bergbaus erleben können. Vor dem Bergwerk ist eine Grubenlokomotive als Denkmal aufgestellt, und direkt daneben befindet sich ein uriges Lokal, in dem das süffige Lichtenberger Bier ausgeschenkt wird.

Höllental

Mit seinen schroffen, wild zerklüfteten und bis zu 160 Meter hohen Felsgruppen, durch die sich die Selbitz in Jahrmillionen 170 Meter tief ihren Weg durch das vulkanische Urgestein gebahnt hat, zeigt sich das Höllental als eine bezaubernd anmutende und einzigartige Naturschönheit.

Höllental / Photo: Helmut Welte

Höllental / Photo: Helmut Welte

Es gehört zu den schönsten Engtälern Deutschlands. Teufels- und Jungfernsteg, "König David" und "Hirschsprung" erinnern an den historischen Bergbau und an die mystische Sagenwelt des Tales. Das unter Naturschutz stehende Tal beherbergt zudem seltene Pflanzen und Tiere.

Im Höllental kann man zahlreiche markierte Wanderwege mit einer Gesamtlänge von mehr als 30 Kilometern entdecken. Zudem gibt es auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu bestaunen, zum Beispiel zwei Holzbrücken, den Jungfernsteg und den Teufelssteg, auf dem schon der Teufel höchstpersönlich gesehen worden sein soll.

Am "König David"-Aussichtspunkt, der 170 Meter über dem Talgrund liegt, sollte man sich etwas Zeit lassen, damit man den herrlichen Ausblick ins Tal der Selbitz und rüber zu unserem Städtchen genießen kann. Und der überlebensgroßen hölzernen Hirschfigur "Hirschsprung", der gerade zum Sprung ins Tal ansetzt, sollte man auch einen Besuch abstatten.

Marteau-Villa

Foto: Haus Marteau

Foto: Haus Marteau

Wie künstlerisch inspirierend die weite Landschaft um Lichtenberg ist, zeigt sich daran, dass der seinerzeit weltberühmte Geiger Henri Marteau hier seine private Villa errichtete. Als persönlicher Freund Kaiser Wilhelms hätte er sich sicherlich jeden beliebigen Ort im deutschen Reich aussuchen können. Seine Wahl aber fiel auf das kleine, malerische Lichtenberg.

Wer zur Villa hin wandert, die zehn Minuten außerhalb der Altstadt liegt, begreift warum… Heute ist die Villa eine internationale Begegnungsstätte der klassischen Musik, in der Fortbildungen und Meisterkurse stattfinden. Alle drei Jahre wird zudem der Internationale Geigenwettbewerb Henri-Marteau hier ausgerichtet. Die Teilnehmer kommen bis aus Japan, bis aus Lateinamerika. Für eine Woche trifft sich hier die internationale Elite der klassischen Musik.